Neue Antikapitalistische Organisation? (Wird laufend fortgeschrieben.)

"Na endlich !", meint die Sozialistische Initiative Berlin (SIB) im März 2011. Die Autorengruppe antwortet in einem längeren Papier auf die Frage: "Worüber müssen wir uns verständigen und worüber nicht ?". Im Folgenden geben wir das Positionspapier dieser Gruppe hier wieder.
Die SoKo unterstützt diese SIB-Initiative und hofft zusammen mit anderen antikapitalistischen Gruppen in 2012 einen Konvent zustande zu bringen. Jede Genossin, jeder Genosse kann sich und ihre/seine politische Bezugsgruppe in den Diskussionsprozeß einbeziehen, kann eigene Meinungen, Fragen, Entgegnungen in den blog oder die angegebenen online-Portale (siehe Spalte rechts) einbringen.
Im Folgenden eine chronologisch sortierte Liste von Verweisen auf, wie wir meinen, die wichtigsten Beiträge zum Thema (älteste Beiträge ganz unten):


· Endlich läßt die geheimnisvolle Initiative - inzwischen von weiteren Gruppen gestützt - auch mal etwas von materialisierbaren und kollektiven Bemühungen um eine 'Neue Antikapitalistische Organisation' von sich hören: Eine Art Presseerklärung gelegentlich eines Verständigungstreffens Mitte Januar in Berlin.
· Erneut meldet sich die SIB zu Wort. Dieses Mal mit einer Fleißarbeit in Sachen Krisenanalyse unter dem Titel "Casino oder Überakkumulation ?"
In der Einleitung dieser Ausarbeitung heißt es: "Ist das die Stunde der radikalen Linken? Leider nicht. Sie schwankt zwischen „Nachtrabpolitik“ gegenüber der Occupy-Bewegung und abstrakt deklamatorischem Anti-Kapitalismus."
· Mehr und mehr verabschieden sich einzelnen AutorInnen des 'Bochumer Programms' aus dem SIB-blog. Einer von ihnen, Robert Schlosser, tat dies mit einer reichlich über den Daumen gepeilten Polemik unter "Nochmals zum 'revolutionären Bruch'" - einer Art Kritik am zentralen Essential des SIB-Papiers zur NAO-Initiative. Dies wiederum nahm K.H. Schubert (trend-online) zum Anlaß für eine treffende Entgegnung unter "Über das Zerbrechen der bürokratisch-militärischen Maschinerie". Sehr lesenswert.
· Mitte Januar 2012 meldet sich die SoKo unter "Vorschlag für eine NAO-Organisationsstruktur"
kollektiv zu Wort. Mit dieser Skizze verdeutlichte die SoKo u.a. auch ihre Auffassung, wonach es bei der zu schaffenden antikapitalistischen Organisation um eine strömungs- und parteiübergreifende Struktur handeln sollte.
· Zum Jahresauftakt 2012 platziert K.H.Schubert (trend-online) einen zweiteiligen längeren Aufsatz unter "Schnellschüsse" bzw. "Marxo-Syndikalismus" und argumentiert sehr sorgfältig gegen das Konzept im u.g. 'Bochumer Programm'.
· Die 'Internationalen KommunistInnen' äußern sich direkt zu Jahresbeginn eher zwiespältig zur SIB-Initiative. Unter dem Titel "Kommunistische Organisationsdebatte ? Na endlich !" bekunden die interkomms ihr Interesse an der Diskussion, wollen sich ein praktisches Mittun aber so recht nicht vorstellen können.
· Während die Anzahl der KommentatorInnen und AutorInnen in der blog-Diskussion zunimmt, scheint eine Reaktion unter den organisierten AntikapitalistInnen auf die NAO-Initiative nicht so unmittelbar einzutreten. Die einzelnen angesprochenen Zirkel möchten sich offenbar in ihren komfortablen, schlecht belüfteten gesellschaftlichen Nischen nicht aufschrecken lassen. Diese vorherrschende abwartende Haltung nimmt Michael Prütz (SIB) Mitte Nov. 2011 zum Anlaß für einen aufrüttelnden Beitrag unter "Handlungsfähigkeit herstellen."
· Die 'Bochumer', wie sie fortan adressiert wurden, mußten sich allerhand Kritik gefallen lassen. Haben sie doch in ihrem Programmfragment ganz 'vergessen' mitzuteilen, daß 'Demokratisierung und Kommunalisierung', die sie in vielerlei Hinsicht fordern, ohne Abschaffung des Kapitalismus nicht so recht möglich ist. Eine Schwäche, die von Detelf Georgia Schulze sogleich offengelegt und u.a. unter "Für Organisierung mit revolutionärer Perspektive!" kritisiert wird.
· Dazu passend der Bericht zu einem Arbeitstreffen der Kölner SoKo-Gruppe, auf dem Robert Schlosser seine Thesen zur Diskussion stellte.
· Ein Kreis von AutorInnen im Zusammenhang mit dem Karl-Marx-Diskussionsforum veröffentlichte eine Art 'Minimalprogramm' antikapitalistischer Provenienz und trägt so zur angesprochenen Akzentverschiebung der Diskussion ausgangs der SIB-Initiative bei.
· Robert Schlosser (Bochum) leitet Anfang August mit seinem Beitrag in trend-online 7/8-11 "Sortieren oder diskutieren ?" eine Art Akzentverschiebung von einer bloßen Organisations- zu eben auch einer Programmdebatte ein. Wobei er von Frank Braun (Köln) dabei prompt für seine stellenweise allzu distanzierte Argumentation unter "Geduldig zuhören" kritisiert wird.
· Aus der SoKo haben sich Horst Hilse, am 13.07.11, mir einer gelungenen Polemik unter dem Titel "Vom Elend verkannter Genialität und naiven Gemütern" sowie Edith Bartelmus-Scholich, am 20.07.11, sogar schon mit einem Vorschlag für programmatische Essentials zu Wort gemeldet.
· Ebenfalls im Mai 2011 bringt sich K.H. Schubert (trend-online) unter dem Titel 'Der sofortige Aufbau einer revolutionär-proletarischen Partei steht nicht auf der Tagesordnung' ein. Bemerkenswert an seinem Text: Er unterstellt den Berlinern etwas, was die gar nicht wollen.
· Die Debatte gewann an Dynamik. Die Anzahl der Beiträge zum Thema wächst, auch Mitglieder aus der SoKo beteiligen sich engagiert. Eine erste Stellungnahme aus der SoKo-Gemeinde am 14.04.11, von Frank Braun (Köln), endet solidarisch:"Hiermit, mit dem Vorschlag von vier begründeten Tops einer denkbaren Agenda, nehme ich an der von euch losgetretenen Diskussion teil und wünsche uns ein gutes Gelingen."

Montage: HF, 'scharf-links'

Weitere Infos und Gelegenheit für eigene Stellungnahmen, Fragen und Anregungen laufend unter:

scharf-links
Mit täglicher Aktualisierung, aber nicht alle Beiträge sind hier wiedergegeben.

trend-online
Mit wöchentlicher Aktualisierung. Auch hier sind zwar nicht alle Beiträge der Debatte wiedergegeben, aber strukturierter als in den anderen Plattformen.

arschhoch.blogsport.de
Eine blog-Plattform mit laufend neuen, auch thematisch gegliederten Beiträgen und deren Kommentierungen. Allerdings sind hier auch wirklich alle Einlassungen vertreten, was die Lesbarkeit, systematische Zuordnung und Zielgerichtetheit stark herabsetzt. Auch sind gnadenlose Monologisierer da unterwegs. Du mußt suchen, was dich interessiert.

Die bisherigen Themen, zu denen dort im blog jede/jeder Beiträge grundsätzlicher Art oder in Form von Kommentaren einbringen kann, lauten aktuell wir folgt:

· Exklusiver oder vorrangiger Antikapitalismus? Oder aber: Umfassende Revolutionierung aller Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse?
· Strategien – Gradualismus oder revolutionäre Politik?
· Anarchistische und/oder marxistische Strategie?
· Org.charakter – „entschiedenster, immer weitertreibender Teil“ DER oder Serviceeinrichtung FÜR sozialen Bewegungen?
· Org.charakter – innerorganisatorische Demokratie
· Reizwörter – Diktatur des Proletariats